STROM
STROM – REGULATORIK
Neue Regeln für Netzanschlüsse: Übertragungsnetzbetreiber führen Reifegradverfahren zum 01.04.2026 ein (13.02.2026)
Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW) stellen das Verfahren zur Vergabe von Netzanschlüssen im Höchstspannungsnetz neu auf. Hintergrund ist die stark gestiegene Zahl an Anschlussanträgen, insbesondere für Großbatteriespeicher, Rechenzentren, Elektrolyseure und andere stromintensive Anlagen. Zum 01.04.2026 wird das bisherige sogenannte Windhundprinzip durch ein neues „ eifegrad erfahren“ ersetzt.
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Bislang wurden Anschlussbegehren in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet. Dieses Verfahren war ursprünglich für eine vergleichsweise geringe Anzahl klassischer Großkraftwerke konzipiert. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien, der zunehmenden Dezentralisierung der Erzeugungsstruktur sowie dem wachsenden Strombedarf durch Digitalisierung und neue industrielle Anwendungen hat sich die Situation grundlegend verändert. Die Zahl der Anträge übersteigt in vielen Netzregionen die verfügbaren Kapazitäten deutlich.
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Nach Angaben einzelner Netzbetreiber entfällt ein erheblicher Anteil der Anträge auf Projekte, die nicht realisiert werden. ei mprion lag der nteil sogenannter „Phantomspeicher“ zeitweise ei rund 65 Prozent der beantragten Großbatteriespeicherprojekte. Diese Anträge blockieren Netzkapazitäten, obwohl die zugrunde liegenden Vorhaben teilweise nicht umgesetzt werden.
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Mit dem neuen Reifegradverfahren sollen Anschlussanträge künftig anhand definierter und überprüfbarer Kriterien bewertet werden. Die ÜNB führen in ihrer veröffentlichten Dokumentation mehrere Prüfkategorien auf. Dazu zählen unter anderem:
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der Stand der Flächensicherung und Genehmigungsverfahren,
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ein belastbares technisches Anlagen- und Anschlusskonzept,
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die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Antragstellers,
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sowie der Netz- und Systemnutzen des Projekts.
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STROM - MARKTENTWICKLUNG
BDEW veröffentlicht Aktualisierung des Verfahrens zur Ermittlung der Mehr-/Mindermengenpreise Strom (17.02.2026)
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat das Verfahren zur Berechnung der Mehr- und Mindermengenpreise für Strom überarbeitet. Auslöser hierfür waren insbesondere die im März 2025 veröffentlichten, aktualisierten Standardlastprofile Strom des BDEW, die die bislang genutzten VDEW-Standardlastprofile aus den Jahren 1999/2000 ablösen.
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Das neue Berechnungsverfahren ist in der überarbeiteten Version 1.3 der nlage 1 „Ermittlung des Mehr-/Mindermengenpreises Strom“ zur gemeinsamen nwendungshilfe on DEW, , eode
und ne („Prozesse zur Ermittlung und rechnung on ehr- indermengen Strom und as“) festgehalten.
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Diese Fassung wurde bereits Ende Januar 2026 auf der BDEW MaKo-Plattform im Bereich „ arktprozesse Strom“ er ffentlicht.
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Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
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Die Berechnungsgrundlage wurde auf die neuen Standardlastprofile umgestellt.
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Die Gewichtung der fünf neuen Lastprofile orientiert sich an einer repräsentativen Stichprobe von Netzgebieten mit unterschiedlicher Struktur (städtisch/ländlich, geografisch divers).
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Seit Oktober 2025 erfolgt die Preisermittlung auf Basis der viertelstündlichen Strompreise der EPEX Spot, da seit dem 01.10.2025 keine Stundenpreise mehr gehandelt werden.
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Die Bundesnetzagentur empfiehlt in ihrer Mitteilung Nr. 72 zur Umsetzung des GPKE-Beschlusses vom 05.02.2026 die Anwendung des aktualisierten Verfahrens gemäß Anlage 1.
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Seit über 15 Jahren stellt der BDEW dem Markt monatlich einheitliche Mehr- und Mindermengenpreise für Strom zur Verfügung. Netzbetreiber, die keine eigenen Preise ermitteln, können weiterhin auf die vom BDEW veröffentlichten Wertev für ihre Abrechnung zurückgreifen. [CA]
Quelle:
BDEW: Mehr-/Mindermengenpreise Strom | BDEW Plus, abgerufen am 17.02.2026
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BDEW und VDE FNN legen Leitfaden zur Versorgungsunterbrechung bei Industriekunden vor (30.01.2026)
Deutschland hat eine sehr hohe Stromversorgungsqualität. Dennoch kommt es bei Industrie- und Gewerbekunden immer wieder zu kurzen Stromunterbrechungen von unter drei Minuten. Beispiele sind etwa Bauarbeiten, Tiere oder Blitzeinschläge.
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Moderne Industrieanlagen reagieren zunehmend empfindlich auf solche Spannungseinbrüche.
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Laut einer DIHK-Umfrage beklagen 42 Prozent der Unternehmen solche kurzen Ausfälle, die nicht in die offizielle Zuverlässigkeitsstatistik (SAIDI) eingehen.
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Der BDEW und der VDE FNN haben daraufhin einen Leitfaden und einen Kurzhinweis veröffentlicht, um Netzbetreiber und Netzkunden zu unterstützen. Ziel ist es, Ursachen zu analysieren und Handlungsoptionen zur Vermeidung solcher Unterbrechungen aufzuzeigen.
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Der Leitfaden enthält technische Maßnahmen für Netzbetreiber und Kunden, der Kurzhinweis fasst diese für die schnelle Kommunikation zusammen. Zusätzlich gibt es eine Dienstleisterliste für Netzqualitätsmessungen, die Transparenz über Anbieter und deren Kompetenzen schafft.
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Ergänzend stellt der BDEW eine Dienstleisterliste für Power Quality Monitoring und Netzanalysen zur Verfügung. Damit erhalten Netzbetreiber, Stadtwerke, Industrieunternehmen und Projektierer eine Übersicht über verschiedene am Markt tätige Dienstleister für Netzqualitätsmessungen. [CA]
